Als Jüngster von 11 Kindern wurde ich in Rochester, Michigan, U.S.A. geboren. Meine Eltern waren Beide Lehrer – mein Vater unterrichtete Englisch und meine Mutter Musik, vor allem Klavier. In unserem Haus war immer irgendetwas kreatives los und ich erinnere mich noch gut an den Klang von Musik als ständigem Begleiter.

 

Als ich 8 war zogen wir nach Colorado, wo meine Schwestern und ich in der Schule die Möglichkeit bekamen, uns ein Instrument auszusuchen und Unterricht zu nehmen. Ich wollte unbedingt im Orchester spielen, also wählte ich die Geige. Es war schön, in einer großen Gruppe zu spielen, aber ich war nicht sehr gut. Ich war ein ungeduldiger Schüler. Immerhin bekam ich aber ein Gefühl für ein Saiteninstrument und konnte grundlegende Musikerfahrung und die Freude Teil eines Ensembles zu sein erleben. Vor allem wuchs mein Respekt für die Musik und die Elemente der Instrumente selber. Ich liebte das Gefühl und den Duft des Holzes und den Klang der Saiten.

 

Als meine Mutter mit 52 Jahren viel zu früh starb, war es genau in dieser Zeit der Trauer dass ich die E-Gitarre entdeckte. Meine Schwester kannte jemanden, der in einer Band spielte – Bill Habenicht. Bill wurde mein Lehrer – ihn kennenzulernen wurde zu einem der bedeutungsvollsten Ereignisse meines Lebens. Alles an Bill war musikalisch und lebendig und überlebensgroß. Er hatte das Charisma eines Rockstars und eine unglaubliche Leidenschaft für Musik, die ihn ständig umgab. Natürlich war seine Liebe zur Gitarre ansteckend. Durch ihn lernte ich unter anderem die Musik von Yngwie Malmsteen und Randy Rhodes kennen. Bill war auch ein riesiger Bach-Fan und nach den Stunden hörten wir noch oft zusammen Musik. Bill lief eigentlich immer mit seiner Gitarre um den Hals herum, er lief und spielte. Er spielte eigentlich fast immer. Von ihm habe ich viel über echte Hingabe gelernt – dass wenn man gut sein will, man auch üben muss. Einmal sagte er mir: "Es ist ganz einfach, du kriegst wieder raus, was du vorher auch reingesteckt hast." Das hatte Wirkung – ich fing an jeden Tag mehrere Stunde zu üben – aber es fühlte sich nie wirklich nach Arbeit an.

 

Von Anfang an unterstützte mich mein Vater sehr in meinem Gitarrenspielen. Eines Tages sagte er mir, dass wenn ich wirklich ein richtig guter Gitarrist werden wollte, ich Klassische Gitarre lernen sollte. Er gab mir eine Aufnahme von Christopher Parkening und ich wollte wissen, wie viele Gitarren auf dieser Aufnahme zu hören seien. "Nur eine Einzige", lautete seine Antwort. Von dem Moment an wusste ich, dass ich tatsächlich Klassische Gitarre spielen lernen musste – aber allein mit dem Ziel, auch auf der E-Gitarre besser zu werden. Da ich wusste, dass auch Bill sehr von klassischer Musik beeinflusst war und dass er Bach verehrte, beschloss ich, klassischen Unterricht zu nehmen. Ich hatte Glück und fand sofort einen hervorragenden Lehrer - Mark Herkner. Ich war so begeistert von der Klassichen Gitarre, dass ich für einige Jahre die E-Gitarre liegen ließ. Zu dieser Zeit fing ich dann auch an selber Gitarrenunterricht zu geben und mit Darbietungen Geld zu verdienen. Obwohl ich im Laufe der Jahre auch viele andere Jobs hatte und auch lange Zeit als Englischlehrer gearbeitet habe, kehrte und kehre ich doch immer wieder glücklich zur Gitarre zurück – sei es als Lehrer oder als dabietender Künstler.